TechnologieWirtschaft

Drei Jahre in Arbeit: Koreas App-Store-Strafen geben Entwicklern das Steuer zurück

Südkorea schrieb 2021 als erstes Land ein Gesetz, das direkt auf die Zahlungsregeln von App-Stores zielte. Erst jetzt entfaltet es richtig Wirkung. Am Mittwoch genehmigte die Korea Media and Communications Commission Bußgelder von insgesamt 63,7 Milliarden Won, rund 45 Millionen US-Dollar, gegen Google und Apple, weil beide eingeschränkt hatten, wie App-Entwickler Zahlungen annehmen dürfen.

Auf Google entfällt mit 42,9 Milliarden Won der größere Teil, auf Apple 20,81 Milliarden Won. Die Behörde stellte fest, dass beide Unternehmen ihre marktbeherrschende Stellung nach dem Telekommunikationsgesetz missbraucht hätten, indem sie Entwickler zu bestimmten Zahlungsmethoden drängten und Drittanbieter-Optionen mit ungünstigen Bedingungen versahen. Es gibt Korrekturanordnungen, aber keine Strafanzeigen.

Das Geld ist nicht die Hauptsache

Für Konzerne dieser Größe sind die Strafen bescheiden. Wichtiger ist, was die Kommission verlangt. Entwickler müssen alternative Zahlungsmethoden anbieten dürfen, einschließlich externer Zahlungslinks innerhalb der Apps. Gebühren für Drittanbieter-Zahlungssysteme müssen auf ein „angemessenes“ Niveau gebracht werden. Google muss seine Richtlinien zur Nutzerführung bei Drittanbieterzahlungen überarbeiten, und Apple muss die Vorgabe streichen, dass Entwickler für alternative Zahlungen eine separate App-Version einreichen.

Dieser letzte Punkt wiegt schwerer, als es klingt. Zwei Versionen derselben App zu pflegen ist teuer und langsam, besonders für kleine Studios. Fällt diese Hürde, könnten alternative Zahlungen zu einer echten Option werden statt zu einem theoretischen Recht.

Die Unternehmen müssen innerhalb eines Monats nach Erhalt der Anordnungen Umsetzungspläne vorlegen und die Änderungen binnen drei Monaten umsetzen. Hält dieser Zeitplan, könnten koreanische Nutzer Anfang nächsten Jahres in manchen Apps neue Bezahlknöpfe sehen.

Ein langer Weg

Der Fall zeigt auch, wie langsam solche Auseinandersetzungen verlaufen. Die Behörde hatte Google und Apple im Oktober 2023 erstmals über mutmaßliche Verstöße informiert – die Entscheidung kommt also rund drei Jahre später. In der Zwischenzeit haben beide Unternehmen ihre Regeln in mehreren Märkten unter dem Druck von Regulierern in Europa, den USA und anderswo angepasst. Google bedauerte die Entscheidung und argumentierte, die Kommission habe jüngste Änderungen nicht berücksichtigt, die Entwicklern mehr Zahlungsoptionen und niedrigere Provisionen bringen sollten, darunter im März angekündigte Schritte.

Diese Verteidigung folgt einem bekannten Muster: Plattformen ändern ihre Regeln oft kurz vor oder während einer Untersuchung und argumentieren dann, die Behörde bestrafe das Verhalten von gestern. Die Regulierer antworten, die Änderungen seien erst wegen der Untersuchung gekommen. Beides kann zugleich stimmen.

Warum Asien genau hinschaut

Koreas Spiele- und Webtoon-Branche lebt von In-App-Käufen, weshalb Seoul als Erstes handelte. Japan hat inzwischen ein eigenes Wettbewerbsgesetz für Smartphones verabschiedet, und andere Regierungen der Region prüfen ähnliche Regeln. Eine klare koreanische Entscheidung mit festen Fristen stärkt das Argument, dass sich Zahlungsregeln regulieren lassen, ohne die App-Wirtschaft zu beschädigen.

Der Vorsitzende der Kommission beschrieb das Ziel als kooperatives und für beide Seiten vorteilhaftes Verhältnis zwischen App-Märkten und Entwicklern. Ob das gelingt, hängt weniger von der Höhe der Strafen ab als davon, wie die neuen Zahlungsoptionen in der Praxis aussehen: wie sichtbar die Knöpfe sind, wie hoch die verbleibenden Gebühren ausfallen und durch wie viele Warnhinweise sich Nutzer klicken müssen. Das Bußgeld ist die Schlagzeile – das Urteil fällt die Benutzeroberfläche.

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