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Eine Nacht auf den Gleisen: Hokkaido-Express entgleist nach Zusammenstoß mit einem Bären – alle bleiben unverletzt

Spät am Freitagabend wurde im Norden Hokkaidos eine Zugfahrt zur ungeplanten Übernachtung. Der Limited Express Sarobetsu Nr. 3, ein vierteiliger Zug von Asahikawa nach Wakkanai, erfasste gegen 22.50 Uhr zwischen den Bahnhöfen Teshio-Nakagawa und Toikambetsu einen Bären.

Der Lokführer leitete eine Notbremsung ein, doch der Aufprall reichte, um das vordere Drehgestell des ersten Wagens aus den Schienen zu drücken. Bemerkenswerterweise wurden weder die 32 Fahrgäste noch die Besatzung verletzt. Da die Strecke blockiert und die Gegend abgelegen war, verbrachten die Fahrgäste die Nacht im Zug und wurden anschließend mit Taxis weitergebracht. JR Hokkaido strich einen Teil der Verbindungen und richtete Ersatzbusse ein.

Japanische Medien bezeichneten es als ersten Fall, in dem ein Zusammenstoß mit einem Bären einen Zug entgleisen ließ. JR Hokkaido entschuldigte sich auf einer Pressekonferenz und erklärte, man sehe keine Fehler bei der Zugführung.

Wenn zwei Welten kollidieren

Die Soya-Linie führt durch einige der leersten Landschaften Japans: Wald, Feuchtgebiete und lange Abschnitte ohne Ortschaften. Für Bären sind die Gleise nur ein weiterer Weg durch ihr Revier. Zusammenstöße mit Hirschen sind auf Hokkaidos Strecken ein bekanntes Ärgernis; ein Bär, der einen Wagen entgleisen lässt, ist eine deutlichere Mahnung, wie nah sich Wildtiere und Infrastruktur inzwischen kommen.

Für Reisende ist die Lehre praktisch: Bahnfahrten durch das ländliche Hokkaido sind im Herbst spektakulär, doch Verspätungen durch Wildtiere gehören dazu, und Verbindungen können kurzfristig ausfallen. Vorher die Hinweise des Betreibers prüfen, Proviant und ein geladenes Handy mitnehmen und für Anschlüsse nach Wakkanai Puffer einplanen, ist klug.

Für 32 Fahrgäste wurde der Freitagabend zu einer Geschichte, die sie noch lange erzählen werden: die Nacht, in der ihr Express einem Bären begegnete und alle sicher nach Hause kamen.

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