Gesellschaft & Kultur

Senioren helfen Senioren: Singapurs Age Well Kakis macht den Ruhestand zum Nachbarschaftsjob

Singapur hat eine neue Idee für seine stark alternde Gesellschaft: Ältere sollen sich umeinander kümmern und dafür eine kleine Vergütung bekommen.

Im Programm Age Well Kakis, angekündigt am 30. Oktober, werden Freiwillige ab 50 Jahren mit Aufgaben in der Gemeindepflege zusammengebracht, die zu ihren Interessen, Fähigkeiten und Zeitplänen passen. Laut Regierung sollen in zwei Jahren bis zu 700.000 Einsatzmöglichkeiten entstehen; das Gesundheitsministerium rechnet mit rund 16.500 teilnehmenden Senioren. „Kaki“ ist lokaler Slang für Kumpel, was den Geist gut beschreibt.

Die Aufgaben sind bewusst leicht: einen Altersgenossen zum Arzttermin begleiten, Mahlzeiten ausliefern oder Aktivitäten in Seniorenzentren, Pflegeheimen und gemeindenahen psychiatrischen Diensten mitorganisieren. Ideal sind etwa einstündige Einsätze ohne schweres Heben, möglichst im Sitzen, mit klaren Anweisungen und Betreuung. Freiwillige erhalten eine Grundvergütung in bar oder als Gutscheine, finanziert bis zum 31. Juli 2028.

Ziel ist, soziale Isolation zu verringern und die Lücke zwischen Lebenserwartung und gesunden Lebensjahren zu schließen. Parallel gibt es in den Seniorenzentren mehr als 150 voll subventionierte Kurse etwa zu Ernährung, Sturzprävention und Pflege, und die Nationalbibliothek hat ein Lesetagebuch für Senioren gestartet.

Die eigentliche Probe ist, ob eine kleine Vergütung gelegentliche Helfer zu verlässlichen Freunden macht. Gelingt das, könnte das Modell anderen schnell alternden Gesellschaften Asiens als Vorbild dienen.

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