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Vom Smog zum Funkeln: Nächtliche Fabrik-Bootstouren in Yokkaichi

Yokkaichi in der Präfektur Mie war einst ein Synonym für Industrieverschmutzung; der Name der Stadt ist bis heute mit einer der bekanntesten umweltbedingten Krankheiten Japans verbunden. Heute lockt dasselbe petrochemische Hafengebiet nach Einbruch der Dunkelheit Besucher an, die es bewundern statt meiden.

Der Reiz heißt Kojo Yakei, die japanische Liebe zu nächtlichen Fabrikansichten. Vom Wasser aus verwandelt sich Japans erster großer Petrochemie-Komplex in ein Labyrinth aus leuchtenden Türmen, Rohren, Tanks und weißen Dampfwolken. Geführte Nachtfahrten ab dem Hafen von Yokkaichi gibt es seit 2010; sie dauern meist 60 oder 90 Minuten, Erwachsene zahlen etwa 4.000 bis 5.000 Yen, und kostenlose Shuttlebusse fahren ab den Bahnhöfen von JR und Kintetsu. Die Touren finden an ausgewählten Abenden statt und müssen vorab gebucht werden.

Lieber festen Boden unter den Füßen? Die Aussichtsplattform des Yokkaichi Port Building bietet an Wochenendabenden ein weites Panorama, und die Brücken nahe dem Viertel Shiohama sind bei Fotografen beliebt.

Der Reiz ist teils ästhetisch, teils historisch. Wer an den Lichtern vorbeigleitet, denkt unweigerlich daran, welchen Weg eine Stadt zurücklegen kann – vom Smog zu einer Skyline, die man zum Vergnügen fotografiert. Yokkaichi liegt nur etwa 30 bis 40 Minuten mit dem Zug von Nagoya entfernt und ist damit eine passende Abendergänzung für jede Reise durch Zentraljapan.

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